Auf den Kienberg mit der Seilbahn?
Erholungspark stellte Jahresprogramm und erste IGA-Ideen vor – Berliner können „Koreaner“ sein
Marzahn – Weil in diesem Jahr der Seouler Garten das Motiv der Plakatkampagne (ab April in ganz Berlin) sein wird, können sich Interessenten jeden Alters und Geschlechts noch bis 28. Februar darum bewerben, dafür „das Gesicht“ zu sein. Dazu rief der oberste Grünund Gartenchef Christoph Schmidt passenderweise auf der Pressekonferenz im Koreanischen Kulturinstitut am Leipziger Platz auf. Bewerber müssen bis zum Termin ein Porträtfoto schicken und die Frage beantworten: „Ich mag den Koreanischen Garten, weil ...“. Den Gewinnern winken eine Jahreskarte und ein professionelles Fotoshooting. Zudem lachen sie Monate lang berlinweit mit ihrem Slogan von allen Plakatwänden. Alle Informationen zur Kampagne gibt es auf der Internetseite www.gaerten- der-welt.de. iga1.jpg

 

Und auch, wenn die IGA 2017 ihre langen Schatten bereits voraus wirft, locken die Gärten der Welt in diesem Jahr erneut mit einem vielfältigen Programm die Besucher von Nah und Fern auf das Areal an Eisenacher Straße und Blumberger Damm. Das Kirschblütenfest im Koreanischen Garten bildet am 14. April den Auftakt zu den neun Veranstaltungen. Gleich am 28. April geht es mit Tänzen und Gebeten Balis im Balinesischen Garten weiter. Es folgt das Lotuslaternenfest am 25. Mai, eine funkelnde Laternenparade mit prächtigen Farben und koreanischen Klängen. Mit einer koreanischen Teezeremonie stehen der 7. Juli und der 15. September im Zeichen der ruhigen Seite des ostasiatischen Hochtechnologielandes.

Schottenröcke, Steinheben und Baumstammweitwurf erwarten die Besucher am 27. und 28. Juli zu den Berliner Highland-Games, mit Mittelaltermarkt. Leipziger Kammerphilharmonie und Rostocker Singakademie entführen am 10. August zu einer Neuauflage des Klassik-Open-Airs mit Verdis glanzvoller italienischer Opern welt. Kamele, Tänzerinnen, Märchenerzähler und Musikanten verwandeln eine Woche später, am 18. August, bei „Sultans Fest“ den Orientalischen Garten in ein Freiluft- Varieté. Traditionelles Harken und Hintergrundwissen gibt es am 9. September beim Zen-Harken im Japanischen Garten.

 

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Parkchefin Beate Reuber und Südkoreas Kulturattaché Jong Seok Yun enthüllen ein Probeplakat der diesjährigen Kampagne. IGA-Chef Christiph Schmidt sprach über erste Pläne. Mit dem neuen Werbebus (oben) sollen noch mehr Besucher und Berlin-Touristen in die Gärten der Welt gelockt werden.Im vergangenen Jahr wurde erneut ein neuer Besucherrekord aufgestellt. Es kamen rund 720 000.
Fotos: Stehlin
 Ein Laternenumzug und Drachentänze wollen beim Mondfest am 21. September wieder im Chinesischen Garten für ein unvergessliches Familienfest sorgen. Buntes Theater mit Schattenspiel und Bratäpfeln lassen zum Herbstfest am 6. Oktober sagenhafte Wesen durch die Gärten wandeln. Kurz vor Weihnachten, am 20. Dezember, öffnet sich im Saal der Empfänge eine wundersame Schatztruhe orientalischer Märchen, zu Gunsten des Projekts „Feriensommer 2014“.

Einen Höhepunkt des Jahres wird sicher die Grundsteinlegung für den Englischen Garten sein, die um den 15. Mai herum erfolgen soll. Die Pläne dazu hatte jot w.d. bereits im vergangenen Jahr vorgestellt. Bei einer geplanten Bauzeit von zwei Jahren könnte der dann zehnte Garten des Ensembles ab Frühjahr 2015 zugänglich sein.

Neben dem aktuellen Programm stellte Schmidt, der auch als Geschäftsführer der „IGA Berlin 2017“ fungiert, einige erste Überlegungen und Ideen für die Internationale Gartenschau im Jahr 2017 vor. Eine zwei Kilometer lange Seilbahn vom U-Bahnhof Neue Grottkauer Straße in die Gärten der Welt mit Zwischenhalt auf dem Kienberg dürfte dabei der spektakulärste Plan sein. „Das Projekt ist in Prüfung, entschieden wird zum Jahresende 2013“, dämpft Schmidt Erwartungen wie Befürchtungen. An die „Talstation“ der Seilbahn ist oben auf dem Hellersdorfer Jelena-Šantic- Friedenspark gedacht. Die 120 Meter hohe künstliche Erhebung des Kienbergs böte durch den Bau einer Aussichtsplattform einen Blick bis zum Fernsehturm und dem eventuell fertig gestellten Schlossneubau. Bis es soweit ist, wird sich der Erholungspark noch erheblich vergrößern. Die nördlich und südlich des Eingangs Blumberger Damm bereitstehenden Erweiterungsflächen bedeuten bereits eine annähernde Verdopplung der Parkfläche von 20 auf 40 Hektar. Während der IGA 2017 kommen mit Kienberg und Teilen des Wuhletals weitere 40 Hektar hinzu. Zusammen mit 40 bis 50 Hektar weiterer nicht umzäunter Umgebungsfläche können sich die erwarteten 2,4 Millionen Besucher also auf rund 130 Hektar der Natur erfreuen.

Am 13. Februar, 18 Uhr, führt das Bezirksamt eine erste Info-Veranstaltung zur IGA im Freizeitforum Marzahn durch. Alle interessierten Bürger können dort auch ihre Fragen stellen.

Henson Stehling