Ein altes Versprechen wird eingelöst

Rewe-Vertreter stellten Planungen für Neubau am Bahnhof vor

Mahlsdorf – Nicht nur für Überraschungen, selbst für Wunder ist der Wuhlebezirk immer wieder gut. Der einst von Politk und Verwaltung versprochene „Arkadengang“ an der Hönower Straße, der beim Bau des B1-Centers aufgrund einer zweifelhaften Baugenehmigung nicht errichtet wurde, kommt nun mit nahezu zehnjähriger Verspätung doch noch. Allerdings gegenüber von Fleischer, Bäcker und Bistro. Der von der Rewe-Handelsgenossenschaft avisierte Neubau nach Abriss der jetzigen Kaufhalle sieht dieses nützliche Gestaltungselement vor. Bis jetzt jedenfalls, wenn man Architekt Norbert Diehr und Rewe-Gebietsleiter Thomas Löschmann glauben darf. Die nahezu 150 Interessenten, die sich die Pläne auf einer Bürgerversammlung erläutern ließen, sind guten Mutes, dass – anders als neben der Kirche – das Versprechen diesmal auch gehalten wird.

Sinnvoll ist die Idee allemal, verdeckt der Gang doch weitgehend den künftig an die Hauptstraße vorverlegten Parkplatz und kann darüber hinaus als Standort für Markthändler dienen. Dass der Autoverkehr für das künftige kleine Handelszentrum (neben einem 1600 Quadratmeter großen Rewe- Markt entstehen eine Rossmann- Filiale und ein Kleider- oder Schuhgeschäft) an die Hönower Straße verlegt wird, freut nicht Jedermann. Dennoch ist es die wohl sinnvollste Lösung, denn damit werden besonders die Straße „An der Schule“ und der Zugang zur Schillerschule entlastet. „Dort hinten wird es von uns gar keinen Verkehr mehr geben“, versichert Löschmann, „mit Ausnahme von vielleicht zwei oder drei Lieferungen pro Woche für die Fleischtheke im Markt“, schränkt er ein. Doch da käme nur ein ganz normaler Transporter, kein Lastwagen.

So könnte es einmal aussehen, wenn die Pläne genehmigt werden.

Insgesamt sehen Diehr und Löschmann ihr Projekt als wichtigen Beitrag zur Umgestaltung des nicht gerade schön anmutenden Ortszentrums von Mahlsdorf rund um den Bahnhof. Das „Budenkauderwelsch“ soll weg, verspricht Löschmann und erntet dafür Applaus aus dem Publikum. Auch seine Zusage, den Brunnen von Karl-Hans Möpert (an einem neuen Standort etwa auf der Mittelachse des Parkplatzes) wieder in Gang zu setzen, erfreut viele Mahlsdorfer. Und selbst noch Diehrs Erläuterungen zum Bauentwurf – modern, drinnen viel Tageslicht, Dachbegrünung, ökologisches Bauen – werden mit zustimmendem Nicken positiv quittiert. Das ökologische Konzept lässt die hochmoderne Außenanmutung (die wohl vom Arkadengang auch in Teilen verdeckt werden wird) verschmerzen, ebenso, dass nun auch noch die letzten verbliebenen Linden gefällt werden.

Die positive Resonanz in der Bevölkerung hatten die Planer bereits in der Akteursrunde vernommen, wie deren stellvertretender Sprecher Herr Eisenach versicherte. Dort hatte man seit Dezember mehrfach beraten und durchaus kleinere Änderungen erreicht.

 

So sieht es der bisherige Bebauungsplan vor: Ein Einkaufszentrum vorn an der Hönower Straße, rückwärtig Wohnbebauung, offene Parkflächen fehlen oder sind als Tiefgarage vorgesehen.

Fotos: Nachtmann

So plant es Rewe: Die große Kaufhalle mit zwei weiteren kleineren Läden entstehen auf der Fläche des jetzigen Parkplatzes, Stellplätze entstehen an der Hönower Straße, durch Arkaden abgeschirmt.

Noch sind die Pläne nicht endgültig, doch als weitreichendes Gerüst zu verstehen, zu dem auch ein dreigeschossiger Neubau statt des jetzigen Flachbaus an der Hönower Straße sowie die Errichtung von etwa 200 überdachten Fahrradstellplätzen entlang der Bahntrasse gehören. Letztere müssen gebaut werden, weil die von der Senatsverwaltung avisierte Straßenverbreiterung die gesamte Fläche unter der Bahnbrücke einnehmen wird. Die Junge-Reyer-Behörde wurde mehrfach kritisiert, weil sie bisher jegliche Einladung seitens des Bezirks, die Planungen vorzustellen, ausschlug. Allerdings ist die Bürgerinformation zu den Rewe-Plänen auch nur dem Wahlkreisabgeordneten zu verdanken. Wäre es nicht Aufgabe des Bezirksamts gewesen, die Einwohner zu informieren?

 Ralf Nachtmann