Ein Fest der Lebensfreude
18 Finalisten kämpften im FFM um den „Grand Prix“ Goldener Herbst
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Marzahn – „So ein Tag, so wunderschön wie heute“ stimmte der Chor der Volkssolidarität Bautzen im Anschluss an seinen Auftritt und die rund 400 Gäste in der Mehrzweckhalle des Freizeitforums lauthals an. Doch den wird es, zumindest zu diesem Anlass, künftig nicht mehr geben. Siggi Trzoß, Initiator, Organisator und Moderator des „Grand Prix Goldener Herbst“, der Talente- Show für Damen und Herren 50plus, verkündete die traurige Tatsache mitten in der vierstündigen Show des Finales 2012. Der Grund: Mehrere der Sponsoren, mit deren Hilfe der „Goldene Herbst“ seit nunmehr elf Jahren über die Bühne ging, sind inzwischen „abgesprungen“, darunter auch der Landesverband der Volkssolidarität. Aber auch einige Städte und Gemeinden in den verschiedenen Bundesländern, in denen alljährlich die Vorausscheide zum „Grand Prix“ stattfanden, sehen sich wohl nicht mehr in der Lage, einen kleinen finanziellen Beitrag beizusteuern.

Vor elf Jahren hatte Siegfried „Siggi“ Trzoß den Talente- Wettbewerb für Laienkünstler über 60 (später ab 50 Jahre) ins Leben gerufen. Zur ersten Veranstaltung waren die Hobbykünstler noch nach Berlin angereist – zum Biesdorfer „Theater am Park“. Als sich immer mehr Teilnehmer aus mehreren, v.a. ostdeutschen Bundesländern, meldeten, wurden jährlich Vorausscheide in den Bundesländern ausgerichtet. Jeweils die drei Ersten kamen dann im Herbst zum Finale nach Berlin und bewarben sich um den „Grand Prix“.
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So auch in diesem Jahr. Siggi Trzoß und die Sängerin Andrea Peetz, die mit ihrem Mann Willy Peetz später einen großartigen Showteil gestaltete, führten durch die mehrstündige Veranstaltung. Eine prominent besetzte Jury – die Sänger Dagmar Frederic, Ingrid Raack, Rainer Luhn, Jürgen Walter und Kirsten Kühnert (Super Illu) – konnten insgesamt 45 Punkte pro Darbietung vergeben und hatten auch diesmal die Qual der Wahl. Denn alle 18 Wettbewerbsbeiträge - Solisten sowie Tanz-, Instrumental- und Gesangsgruppen – wurden von den rund 400 Gästen an diesem sonnigen Nachmittag des 30. September im Freizeitforum Marzahn gefeiert. Wie stets hatten einige Teilnehmer Verstärkung aus der Heimat mitgebracht, kamen mit Bussen angereist wie die 50 Fans aus Thüringen, darunter der Bürgermeister aus Bad Blankenburg. Groß war die Freude, als „ihre“ Kandidatin Karin Töpfer (61) für ihre Darbietung „Der Clown“ am Ende den 3. Preis erhielt. Nicht weniger stolz waren die Fans aus Sachsen über den 2. Preis des Duos „Saitenweisen“. Die Zahntechnikerin und der Versicherungsangestellte aus Dresden brachten mit ihrem selbst geschriebenen satirischen Lied „Die Zielgruppe“ so manchen zum Schmunzeln. Petra Pau, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages und langjährige Schirmherrin des „Grand Prix“, übergab den Preis, mit dem auch stets eine Einladung zum Besuch des Bundestages verbunden ist. Den 1. Platz – und damit den „Grand Prix“ – errang der älteste Teilnehmer Alfred Aulich aus Berlin. Der 80-jährige ehemalige Lehrer, bereits „Grand-Prix-erfahren“ und Mitglied in drei Chören, begeisterte mit einem Filmmelodie- Song aus den 30-er Jahren. Weil zwei Beiträge die gleiche Punktzahl bekamen, gab es diesmal auch zwei „Sonderpreise“. Den Preis der SuperIllu erhielt die 56-jährige Gabriele Becker-Paul aus Neuruppin für ihre Musical-Darbietung aus „My Fair Lady“. Den anderen Sonderpreis stiftete spontan die GSE, der Betreiber des FFM. Er ging an den Chor der Volkssolidarität Bautzen, der u.a. mit einem Rock`n`Roll Stimmung in den Saal brachte. Die war am Schluss ob der Ankündigung, dass dies die letzte Talente-Show sei, denn doch ein wenig getrübt. Vielleicht geschieht ja doch noch ein Wunder?
Ingeborg Dittmann
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