Vier tolle Tage zum 20-Jährigen

Highlight der Jubiläumsfeier im FFM war die „Arndt-Bause-Gala“

Marzahn – Vom 21. bis zum 24. Oktober war das größte Kultur- und Freizeithaus unseres Bezirkes von morgens bis spät abends mit Leben erfüllt. Gefeiert wurde vom Foyer über Studiobühne, großen Saal, Schwimm- und Sporthalle bis zur neuen Kegelbahn und in mehreren Klubräumen. Sport und Gesundheit sowie das Thema Berufe und Ausbildung standen am Freitag im Mittelpunkt vieler Aktionen und Vorträge. Mitmachen war angesagt bei Pilates, Tai Chi, Sportkursen, Tanz oder Wasserjogging 50plus. „Alle Neune“ hieß es in der neu eröffneten Kegelbahn, betreut von der Abteilung Sportkegeln des Sportclub Eintracht. Vor allem Kinder und Jugendliche nutzten das Angebot. Die übrigens werden vom Club noch für das regelmäßige Training donnerstags ab 16 Uhr gesucht (ab 9 Jahre), verriet uns Abteilungschef Gunter Eckert. Im großen Saal präsentierten sich Jugendliche bei einer Frisuren- und Brillenschau und im Foyer konnte man sich mit der Malschule Paul beim „Malen wie Bob Ross“ ausprobieren. Musik und Tanz beherrschten den Sonnabend, u.a. mit der Marzahner Promenadenmischung, Märchenspielen, Kabarett, Rap- und Trommelworkshop und Lesungen. Musikalisch gings auch am Sonntag weiter – mit Schülerbands, einem Kompositionsworkshop, Konzerten der Musikschule und von Barbara Kellerbauer & Tochter Johanna sowie dem Highlight am Abend – der „Arndt-Bause- Gala“, bevor am Montag die Wirtschaftskreise aus Marzahn- Hellersdorf und Lichtenberg zum 7. Wirtschaftspartnertag „Berlin eastside“ einluden.

"Singen macht Laune"

Schon Tage vorher restlos ausverkauft war die Gala im Großen Saal mit vielen prominenten Künstlern, die zu Ehren des Komponisten Arndt Bause noch einmal einige seiner bekanntesten Schlager sangen. Am 30. November wäre der im Februar 2003 verstorbene Biesdorfer 75 Jahre alt geworden. Ihm zu Ehren wurde der Große Saal in „Arndt-Bause-Saal“ benannt. Eine bronzene Tafel links vorm Saaleingang wurde anlässlich der Namensgebung eingeweiht.

Diese Künstler traf jot w.d. vor dem neuen Schild, das den Arndt-Bause-Saal kennzeichnet: Siggi Trzoß, Hansi Beyer, Gisela Steineckert, Monika Herz, Angret Bause, Inka, Lippi, Chiara, vorn Ingeborg Krabbe. (v.l.n.r.).

Mehr als 1350 Schlager- und Chansontitel hat der 1936 in Leipzig geborene Komponist geschaffen, zu den früheren Songs zählt „Singen macht Laune“, 1967 von Helga Brauer gesungen. Unter diesem Motto stand auch die dreistündige Gala am 23. Oktober, die vom FFM und Moderator Siggi Trzoß, der fachkundig und unterhaltsam durchs Programm führte, mit großem Aufwand initiiert worden war. Trzoß las Geschichten und Episoden aus der Autobiografie „Der Mann mit der goldenen Nase“ und jeder der teilnehmenden Künstler wusste Anekdoten über Arndt Bause aus gemeinsamer Zusammenarbeit zu erzählen. Tochter Inka, für die Vater Bause v.a. in den 90-er Jahren viele Titel schrieb, erinnerte sich daran, dass ihr erster großer Hit „Spielverderber“ eigentlich für einen anderen Interpreten bestimmt war. Wolfgang Lippi Lippert erzählte, wie er zu „Erna kommt“ kam und Schlagerrevue-Musikredakteur Siegfried Jordan verriet, dass „Sing mei Sachse sing“ gar nicht über den Sender gehen sollte. Da war Mut und ein Griff in die Trickkiste angesagt. Frank Schöbel, der Bause Titel verdankt wie „Ich geh vom Nordpol“ und „Gold in deinen Augen“, erzählte, dass er Arndt Bause vor 36 Jahren noch in Leipzig kennen gelernt hatte. „Vier Platten habe ich mit Arndt gemacht“, erinnerte sich Jürgen Walter, mit Hits wie „Das Leben hat was“, „Ich bin ein Mann“ und „Schallala, schallali“. Bei „Sieben Mal Morgenrot, sieben Mal Abendrot“ mit Andreas Holm sang der halbe Saal mit. „Charly ade“ und „Kleiner Vogel“ begleiten Monika Herz und Sohn David noch heute bei ihren Auftritten.

Diese Bronzetafel ziert das obere Foyer.

 Fotos: Dittmann

Erinnerung an Helga Hahnemann

Klar, dass an diesem großen Abend auch an Zusammenarbeit und spätere enge Freundschaft zwischen Bause und Helga Hahnemann erinnert wurde. „Henne, wir vermissen dich“ sang Ingeborg Krabbe. Gisela Steineckert, die 2001 mit Bause seine Biografie schrieb, nannte den Kollegen in ihrer Laudatio einen „ritterlichen Prolet“. Und dass man nach den Klängen der „Sachsenhymne“ auch modernes Ballett tanzen kann, bewiesen die „Energie Dancers“. Künftig soll das Schaffen von Arndt Bause im FFM jährlich durch Veranstaltungen im Arndt- Bause-Saal gewürdigt werden. Eine schöne Idee, die Erinnerung an einen liebenswerten Menschen und einen genialen, humorvollen Komponisten wach zu halten.

Ingeborg Dittmann